Wir wurde aus dem „Eingabeportal“ die „eVergabe+“? Was waren Entwicklungsmotive und wohin hat sich die elektronische Vergabe entwickelt? eVergabe-Leiter Jakub Balaz liefert alle Antworten anlässlich des fünften Geburtstags seines Portals.

Sehr geehrter Herr Balaz, am 5. März 2022 feiert die ANKÖ eVergabe+ ihr 5-jähriges Jubiläum. Was bedeutet dieser Geburtstag für Sie als Leiter der ANKÖ eVergabe?

Jakub Balaz, MBA: „Dieser Geburtstag ist ein besonderer Moment für den ANKÖ und natürlich auch für mich. Er dokumentiert den Erfolg unserer Bemühungen, die elektronische Vergabe in Österreich bestmöglich zu gewährleisten.

Seitdem die ANKÖ eVergabe+ vor 5 Jahren, am 5. März 2017, an den Start ging, ist viel passiert. Was mich besonders freut ist, dass die ANKÖ eVergabe+ mit über 4.500 Nutzer:innen im öffentlichen Auftrag und mit insgesamt rund 55.000 abgewickelten Verfahren nun die Marktführung in Österreich erreicht hat.“

Mit welchem Ziel wurde die eVergabe+ entwickelt?

„Die eVergabe+ wurde mit dem Ziel entwickelt, österreichischen Auftraggeber:innen und vergebenden Stellen eine rechtskonforme und verlässliche Lösung zur Abwicklung elektronischer Vergabeverfahren anzubieten.

Die Anfänge der elektronischen Vergabe wurden bereits um 2010 mit dem Start des „ANKÖ Eingabeportals“ geschaffen. Im Jahr 2011 wurde damit als Pilotprojekt das erste elektronische Verfahren abgewickelt. 

Nach dem erfolgreichen Start hat sich die Anzahl der Auftraggeber:innen, sowie der zur Verfügung stehenden Funktionen vervielfacht, und im Jahr 2017 wurde schließlich die Entwicklung der komplett überarbeiteten ANKÖ eVergabe+ vollendet.

Heute sind wir stolz, dass die Plattform bei österreichischen Auftraggeber:innen und vergebenden Stellen den höchsten Marktanteil in Österreich aufweist und bereits tausende Verfahren erfolgreich und reibungslos abgewickelt wurden.“

Wer waren erste Kund:innen und somit ebenfalls Pionier:innen der elektronischen Vergabe? 

„Zu den Vorreiter:innen zählen die Stadt Wien und das Land Salzburg, die wir somit zu den allerersten Nutzer:innen zählen.“

Was bewirkt die ANKÖ eVergabe+ in Österreich?

„Das Volumen der öffentlichen Vergabe in Österreich beträgt laut einer Studie aus 2017 62 Mrd. Euro. Die ANKÖ eVergabe+ leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung der Transparenz, Effizienz und Fairness bei der Abwicklung von öffentlichen Aufträgen.

Die Tatsache, dass Vergabeverfahren von der Bekanntmachung bis zum Zuschlag elektronisch erfolgen, stellt sicher, dass bürokratische Hürden in der öffentlichen Verwaltung abgebaut werden, und zusätzlich die Teilnahme an öffentlichen Vergaben insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe gefördert wird.

Der ANKÖ versteht sich als Anlaufstelle und verlässlicher Partner sowohl für die Seite der öffentlichen Hand als auch der österreichischen Wirtschaft.“

 Was sind die Vorteile elektronischer Abgabesysteme?

„Die Vorteile der elektronischen Vergabe sind sehr vielfältig. Besonders hervorheben möchte ich die zentralen Vorteile der elektronischen Abwicklung, wie die

  • wesentliche Erhöhung der Rechtssicherheit, die
  • Verbesserung der Compliance, die
  • Erhöhung der Transparenz, die
  • vollständige und automatisierte Dokumentation des gesamten Vergabeaktes, die
  • Effizienzsteigerung durch Automatisierung und Vereinfachung der Prozesse, die
  • Ressourcenschonung und die Zeitersparnis durch Wegfall der Postwege und die
  • erhöhte Flexibilität sowohl für Bieter:innen als auch für Auftraggeber:innen.“

Inwiefern ergänzt die eVergabe+ andere ANKÖ Produkte?

„Im Besonderen erlaubt eine Schnittstelle zwischen der eVergabe+ und der Liste geeigneter Unternehmen (LgU), den Zugriff auf Eignungsnachweise direkt aus der eVergabe-Applikation. Mit einem Klick auf den ANKÖ Firmencode wird man per Single-Sign-On auf das Unternehmensprofil der gewünschten Auftragnehmerin bzw. des gewünschten Auftragnehmers weitergeleitet. Von diesem Alleinstellungsmerkmal des ANKÖ profitieren unsere Kund:innen ganz besonders.“

Herr Balaz, vielen Dank für das Gespräch!
Mit dem Leiter der ANKÖ eVergabe, Jakub Balaz, MBA, gesprochen hat Mag. Thomas Gerstl, Marketing & Kommunikation, ANKÖ.

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