Die Wirtschaftskammer Österreich lud Anfang Dezember zum jährlichen „WKO eDay“. ANKÖ war als marktführender Vergabekomplettanbieter wieder live vor Ort.

E-Procurement – also die elektronische öffentliche Beschaffung – unterstützt neben der E-Rechnung und der digitalen Identität maßgeblich die Digitalisierung in Österreich.

ANKÖ nimmt seit seiner Gründung 1999 und der bereits damals existierenden Liste geeigneter Unternehmen® – LgU eine führende Rolle auf dem Gebiet der elektronischen Eignungsnachweise im Sinne des Bundesvergabegesetzes in Österreich ein.

Es war uns dementsprechend eine Ehre, am 07.12.2021 am eDay der Wirtschaftskammer Österreich zum Thema E-Procurement – vertreten durch Herrn Emir Prcic, MBA (ANKÖ-Geschäftsführer) sowie von Frau Mag. Jennifer Gutsche (ANKÖ-Juristin) – sprechen zu dürfen.

E-Procurement und das Corona-Virus

Die verpflichtende elektronische Kommunikation und die verpflichtende elektronische Vergabe im Oberschwellenbereich sind seit 2018 Teil der europäischen und somit auch österreichischen Vergabekultur. Was 2018 als eine besondere Herausforderung empfunden wurde, hat sich im Laufe der Zeit als ausgesprochen nützlich erwiesen. Beobachtet man das Vergabeverhalten der ausschreibenden Stellen, erkennt man, dass sogar eine Vielzahl an Direktvergaben freiwillig online abgewickelt werden.

Vergleicht man das Ausschreibungsverhalten vor dem Corona-Ausbruch mit der jetzigen Ausschreibungssituation, wird man feststellen, dass sich die Anzahl der Auftragsvergaben relativ konstant gehalten hat. Eine Veränderung lässt sich aber dahingehend feststellen, dass es Schwankungen bezüglich der Auftragssummen gegeben hat. In Q2 2020 waren es knapp 4.000 Auftragsvergaben bei einer Summe von rund 3.033,31 Mio. €; in Q2 2021 waren es knappe 5.000 Vergaben für die Summe von 11.696,09 Mio. €. Erkennbar war auch eine abfallende Tendenz sowohl in der Anzahl der Vergaben als auch in der ausgegebenen Summe für das letzte Quartal 2021, wobei dies dem Standard entspricht. Denn das letzte Quartal im Jahr ist in der Regel das ausschreibungsschwächste; somit liegt diesbezüglich keine Auffälligkeit vor.

Auffallend hingegen ist die neue Verteilung von Beschaffungsgegenständen bezogen auf die Auftragssumme. Ausrüstung für Sicherheitszwecke, Brandbekämpfung, Polizei und Verteidigung lag 2019 bei einer Auftragssumme von 4,46 % und im Jahr 2020 bei satten 76,42 %. Auch Softwarepaket – Informationssysteme (17 % 2019, 57,03 % 2021), und Medizinische Ausrüstungen – Arzneimittel – Körperpflegeprodukte (7,62 % 2019, 73,54 % 2021!) erlebten einen Höhenflug.

Die Wichtigkeit von Dienstleistungen des Gesundheits- und Sozialwesens ist in den letzten 2 Jahren unverkennbar pandemiebedingt angestiegen, was sich auch im Beschaffungsverhalten widergespiegelt hat: waren es 2019 noch 4,63 % der Auftragssumme, beträgt die Kennzahl für 2021 unfassbare 88,49 %.

Erfreulich ist, dass es keinen Einbruch der Vergaben in Österreich gegeben zu haben scheint. Auch das rechtliche Chaos durch Überflutung von Gesetzes-, Verordnungs- und Novellentexten hat die öffentliche Hand nicht daran gehindert, kontinuierlich auszuschreiben und somit eine nahtlose Versorgung bereitzustellen. Dies kann der „frühzeitigen“ Umstellung auf einen digitalisierten Vergabeprozess und dem dadurch bisher akkumulierten Knowhow im Umgang der damit einhergehenden Digitalisierung im Vergabewesen geschuldet sein. Gerade in Zeiten, in welchen in Lockdowns und mit verminderten Kontaktquellen gearbeitet werden muss, scheint der Umstieg auf elektronische Mittel nicht mehr wegzudenken zu sein und wir sind froh, Ihnen diese Arbeitsweise im Bereich des E-Procurements ermöglichen zu dürfen.

CPV Gruppe

2019

2020

2021

Allgemeine und berufliche Bildung

23,76%

37,08%

39,16%

Ausrüstung für Sicherheitszwecke, Brandbekämpfung, Polizei und Verteidigung

4,46%

76,42%

19,12%

Bauarbeiten

16,33%

59,63%

24,04%

Baukonstruktionen und Baustoffe; Bauhilfsprodukte (elektrische Apparate ausgenommen)

37,90%

41,24%

20,85%

Chemische Erzeugnisse

5,93%

54,09%

39,98%

Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung

10,09%

31,13%

58,78%

Dienstleistungen des Gesundheits- und Sozialwesens

4,63%

6,88%

88,49%

Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und Ingenieurbüros und Prüfstellen

22,67%

36,58%

40,75%

Drucksachen und zugehörige Erzeugnisse

12,70%

33,89%

53,42%

Elektrische Maschinen, Geräte, Ausstattung und Verbrauchsartikel; Beleuchtung

30,34%

44,39%

25,26%

Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

19,12%

60,56%

20,32%

Forschungs- und Entwicklungsdienste und zugehörige Beratung

15,06%

62,15%

22,79%

IT -Dienste: Beratung, Software Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung

35,62%

32,06%

32,32%

Laborgeräte, optische Geräte und Präzisionsgeräte (außer Gläser)

28,91%

41,70%

29,39%

Medizinische Ausrüstungen, Arzneimittel und Körperpflegeprodukte

7,62%

18,84%

73,54%

Softwarepaket und Informationssysteme

17,00%

25,98%

57,03%

[Quelle: OGD (data.gv.at) Q2 2019 - 05. Dez. 2021 (Q4 2021 nicht vollständig)]

Wie ANKÖ das Beschaffungswesen fördert

2017 umfassten die öffentlichen Vergaben in Österreich ein Volumen von rund 61,7 Milliarden € [Quelle: Link]. Die öffentliche Hand übt somit mit ihren Investitionen einen beträchtlichen Einfluss auf die Wirtschaft aus. Demnach hat sie es in der Hand, Entwicklungen wie Digitalisierung oder Nachhaltigkeit zu fördern und hat zudem für einen treffsicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit öffentlichen Geldern zu sorgen.

Transparenz, Rechtssicherheit, Wirtschaftlichkeit, strategisches Denken und die Umsetzungsgabe hierfür sind wichtige Fähigkeiten, welche Personen in der öffentlichen Beschaffung immanent sein müssen. Mit unseren digitalen Produkten fördern wir bereits seit Jahren die Effizienz der öffentlichen Beschaffung und nun möchten wir gezielt die in der Beschaffung tätigen Personen mit einem weiteren Ausbau unserer Services unterstützen. Denn uns hat die Pandemie verdeutlicht, wie wichtig gerade die menschliche Komponente im digitalisierten Vergabeprozess ist.

Wir bündeln unser Wissen als Marktführer und Komplettanbieter und zeigen Ihnen in einem neuen Service, wie man in der Vergabewelt gekonnt, rechtssicher, wirtschaftlich und strategisch die Herausforderungen des Beschaffungswesen erfolgreich meistern und sich letztendlich am Vergabemarkt behaupten kann. Dies soll zum einen vor allem jenen Unterstützung bieten, die öffentliche Ausschreibungen verantworten, planen oder durchführen. Zum anderen ist uns bewusst, dass eine erfolgreiche Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen oft mühsam ist. Wir wollen hier den Unternehmen gerne den Weg mit vermehrtem Einsatz von unserer Seite erleichtern. Wie sich unser Engagement in dieser Angelegenheit konkret ausgestalten wird, verraten wir Ihnen im Jahr 2022 in einem Folgebeitrag, und einen Teaser hierzu finden Sie im Video zum ANKÖ-Vortrag (unten).

Ihr Input verbessert die Vergabewelt

Haben Sie weitere Ideen, wie wir Sie bestmöglich unterstützen könnten, dann wenden Sie sich doch direkt an uns – wir haben ein offenes Ohr und schätzen es, uns gemeinsam mit Ihnen den Aufgaben der Vergabewelt zu stellen und so das Beschaffungswesen weiterzuentwickeln.

Weiterführende Informationen:

Den gesamten Vortrag des ANKÖ als Video finden Sie hier.

Alle 56 Videos zum WKO eDay finden Sie hier.

Nähere Infos und das Programm zum eDay21 finden sie hier.

Die Fotogalerie zum WKO eDay gibt es hier.

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