Trotz der großen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort, gab es über den Vergabemarkt bisher wenig zuverlässige Daten. Der ANKÖ hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben und den Medien präsentiert. das Ergebnis: Über 60 Milliarden Euro wurden in Österreich im Jahr vergeben. Das entspricht 18 Prozent des BIP. Das mediale Echo war enorm.

10.10.2017

Trotz der großen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort, gab es über den Vergabemarkt bisher wenig zuverlässige Daten. Der ANKÖ hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben und den Medien präsentiert. Das Echo war enorm.  

Die Zahlen sprechen für sich: Öffentliche Aufträge gewinnen immer stärker an Bedeutung. Im August 2017 wurden nach ANKÖ-Statistiken in Österreich insgesamt 820 Ausschreibungen veröffentlicht. Das entspricht einem Plus von 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeit­raum. Europaweit betrug das Plus rund 5 Prozent – knapp 23.500 Bekanntmachungen wurden publiziert.

„Die öffentliche Vergabe und immer stärker auch die elektronische Vergabe ist längst ein wichtiger Faktor für die heimi­sche Wirtschaft“, sagt ANKÖ Geschäftsführer Dr. Alfred Jöchlinger. Trotz der großen Bedeutung der öffentlichen Auftragsvergabe gab es bislang aber international und national wenig zuverlässige und systematisch erhobene Daten zum Vergabemarkt.

 Um diese Lücke zu füllen, hat der Fachbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik der TU Wien unter Leitung von Ass.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Johann Bröthaler im Auftrag des ANKÖ erstmals für Österreich eine umfas­sende Studie erstellt. Das Ergebnis: Der Vergabemarkt ist deutlich größer als bisher angenommen. Gingen Statistiken der EU und beispielsweise auch der OECD bislang von einem Vergabevolumen von rund 13 Prozent des österreichischen BIP aus, müsse man hingegen viel­mehr von rund 18 Prozent ausgehen. Insgesamt werden demnach von 7.700 öffentlichen Auftraggebern jährlich zuletzt über 60 Milliarden Euro vergeben.

Datenqualität und Effizienz verbessern

Wie die Studie ebenfalls zeigt, sind im Vergabebereich Daten aber oftmals nicht oder nur in schlechter Qualität verfügbar. Die Studie hat deshalb erstmals auf zwei Datenquellen zurückgegriffen: Zum einen auf die Aus­gaben in Budgets öffentlicher Stellen. Ergänzt wurden diese Ergebnisse zum anderen mit den Daten, die von öffentlichen Auftraggebern über Bekanntmachungen selbst veröffentlicht werden. Vor allem hier sind die Daten oft unvollständig. Von rund 3.000 EU-weiten Bekanntmachungen im Jahr 2015 wurde nur bei einem Drittel der Auftragswert angegeben. Weitere Veröffentlichungspflich­ten einzuführen sei aber der falsche Weg, sagt Ass.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Bröthaler: „Eine zusätzliche Informationspflicht für Auftraggeber ist klar abzulehnen. Das europaweit vorge­schriebene Once-Only-Prinzip hat auch hier zu gelten, ebenso muss die Effizienz der Verfahren sichergestellt werden“.

Die Vergabestatistik selbst ist allerdings nur der Start. Denn wird die öffentliche Vergabe als maßgeblicher Wirtschaftsfaktor anerkannt, können auch wirtschaftspolitische Ziele und Strategien entwickelt werden. „Das Wissen über den Vergabemarkt ist nur die Basis. Darauf aufbauend ist nun die Wirtschaftspolitik am Zug“, sagt ANKÖ Geschäftsführer Dr. Jöchlinger.

Das mediale Echo zur Präsentation war enorm: So haben bereits viele heimische Medien (wie z.B.: APA, Kurier, Standard, Presse, und viele mehr) über die Studie berichtet. 

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