Zum ersten Treff Vergabe des Jahres lud der ANKÖ gemeinsam mit Kommunalnet, dem Land Kärnten und dem Österreichischen Gemeindebund nach Klagenfurt. Vom neuen Bundesvergabegesetz, Best-Practice-Beispielen bis hin zur Plattform eVergabe+ reichte das dichte Programm für Gemeindevertreter.

14.03.2017

Zum ersten Treff Vergabe des Jahres lud der ANKÖ gemeinsam mit Kommunalnet, dem Land Kärnten und dem Österreichischen Gemeindebund nach Klagenfurt. Vom neuen Bundesvergabegesetz, Best-Practice-Beispielen bis hin zur Plattform eVergabe+ reichte das dichte Programm für Gemeindevertreter.

Spätestens beim Blick in die Praxis wird klar: Im Vergabebereich wird sich heuer einiges ändern. Die elektronische Durchführung von Vergabeverfahren setzt sich immer stärker durch. Maßgeblich dafür ist nicht zuletzt die Verpflichtung im Bundesvergabegesetz 2017, größere Vergaben nur noch elektronisch durchzuführen. Der Entwurf dazu ist vor kurzem vom Gesetzgeber präsentiert worden.

Diese Änderungen lassen gerade bei kleineren Auftraggebern, wie Gemeinden Fragen entstehen: „Wie funktioniert die Bestangebotsermittlung?“ heißt es etwa beim Treff Vergabe, oder: „Was passiert, wenn Unternehmer mit den elektronischen Werkzeugen nicht zurecht kommen?“. Die Antworten darauf gab es beim Treff Vergabe von Experten, wie dem Vergaberechtler Dr. Matthias Öhler von der Kanzlei Schramm Öhler, oder von den Dipl. Ing. Helmut Jessner und Gerald Kropiunik von der Abteilung 9 – Straßen und Brückencontrolling des Landes Kärnten.

Rasante Entwicklung

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt rasant, hielt Frau Landeshauptmannstellvertreterin Dr. Gaby Schaunig in ihrer Begrüßungsrede fest. Das gilt natürlich auch für den Bereich der öffentlichen Vergaben. Um sich hier frühzeitig einzuarbeiten, ist das Know-how über die dafür notwendigen Werkzeuge entscheidend, so Schaunig.

Wie so ein Werkzeug aussehen kann, zeigte ANKÖ IT-Leiter Emir Prcic den anwesenden Gästen: Ein Jahr lang hat sein Team programmiert, sodass nun in wenigen Schritten ein Verfahren einfach und rechtssicher angelegt werden kann. Besonderes Highlight bei den geladenen Gemeinden war die automatische Berechnung der vorgeschriebenen Fristen und der integrierte Verfahrensratgeber. Durch die intuitive Bedienung ist die eVergabe+ nicht nur im Oberschwellenbereich, sondern auch für kleinere Verfahren geeignet.

Bereit für die e-Vergabe

Dass sowohl das Land Kärnten als auch die Gemeinden für die e-Vergabe bereit sind, zeigt nicht zuletzt der Blick in die Praxis: Bereits im Vorjahr hat die Straßenverwaltung Kärnten eine Test- und eine Pilotphase elektronisch durchgeführt. Seit Sommer 2016 wurden im Echtbetrieb 40 Verfahren elektronisch durchgeführt und seit heuer werden für offene, nicht offene Verfahren und Direktvergaben mit vorheriger Bekanntmachung ausschließlich elektronische Angebotsabgaben akzeptiert, sagt Dipl. Ing. Helmut Jessner, in der Abteilung 9 Leiter der Unterabteilung Controlling des Land Kärnten und Vorstandsmitglied des ANKÖ im Vortrag mit seinem Kollegen Dipl. Ing. Gerald Kropiunik.

Für das Land ergeben sich damit eine Reihe von Vorteilen, so Jessner: Die Verfahren werden transparenter, da alle Verfahrensschritte dokumentiert werden. Die Vergabe wird effizienter und günstiger, da nicht nur Portokosten, sondern unter anderem auch Zeit eingespart werden kann und durch redundante IT-Systeme werden sowohl Verfahrens- als auch die Datensicherheit gewährleistet.

Kundendienst hilft

Und die Fragen des Publikums: „Wie funktioniert die Bestangebotsermittlung?“ Am Grundsatz, dass neben dem Preis auch andere Kriterien enthalten sein müssen, ändert die elektronische Durchführung nichts. Werden zuerst aber Kriterien ausgewählt und mit Gewichtung in Form prozentueller Werte gebracht, erfolgt die abschließende Berechnung direkt im System. Einen Wechsel gibt es aber in der Kommunikation mit dem Bieter: Die Systeme werden auch hier immer einfacher, dass Bieter intuitive und selbstständig durch die Angebotsabgabe finden. „Sollte es einmal doch nicht klappen, dann verweisen Sie die Unternehmen an uns“, sagt IT-Leiter Prcic. Der ANKÖ-Kundendienst übernimmt.

LHStv. Dr. Gaby Schaunig weist in ihrer Eröffnungsrede auf den digitalen Wandel hin und rät den Gemeinden sich mit der eVergabe zu beschäftigen.
LHStv. Dr. Gaby Schaunig und ANKÖ Geschäftsführer Dr. Alfred Jöchlinger: Das Land Kärnten ist bereits seit 12 Jahren ANKÖ-Mitglied.
Vergaberechtsexperte Dr. Matthias Öhler, von der Kanzlei Schramm Öhler, warnt: Viele Inhalte im neuen Bundesvergabegesetz sind schwammig formuliert.
Voller Raum beim Treff Vergabe: Viele BürgermeisterInnen und Bauamtsleiter sind der Einladung in das Amt der Kärntner Landesregierung gefolgt.
Hochkarätige Vortragende beim Treff Vergabe: Dipl. Ing. Helmut Jessner, Leiter der Abteilung 9 des Land Kärnten spricht über Einsparungen dank e-Vergabe.
Beim Blick in die Praxis der Dipl. Ing. Jessner und Kropiunik wurde unter Leitung von Moderator Mag. Wolfgang Drucker, ANKÖ, lebhaft diskutiert.
Dipl. Ing. Gerald Kropiunik von der Abteilung 9 des Land Kärnten erklärt die unterschiedlichen Phasen der öffentlichen Vergabe.
Dr. Martin Huber, Co-Geschäftsführer von Kommunalnet, Chef des Salzburger Gemeindeverbandes und Dozent an der FH Viellach sprach über die Herausforderungen von kleineren Gemeinden.
ANKÖ Geschäftsführer Dr. Alfred Jöchlinger (li.) im Gespräch mit den Gästen: Mit den richtigen Werkzeugen ist die e-Vergabe leicht durchführbar.
ANKÖ eVergabe-Experte Peter Straberger (li.) im Gespräch mit den Gästen. Beim Buffet von Jugend am Werk wurden individuelle Fragen geklärt.
Im Anschluss an die Veranstaltung wurde bei Würsteln und Getränken über die Vergabe geplaudert. Das neue Gesetz lässt noch einige Fragezeichen offen.
Neben den Fragen an Experten, bot die Veranstaltung auch die Möglichkeit des Austauschs.
Neben den Vorträgen gab es für die Teilnehmer auch noch Tipps und Unterlagen zum Nachblättern.
Neben dem Thema Vergabe standen auch andere Inhalte im Zentrum: Zum Beispiel der gemeinsame Heimatort.
 
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